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"Was machsch?"........

Diese Frage stellte mir kürzlich ein Arbeitskollege im Zusammenhang mit meiner Schule. Gemeint war weniger das Was im technischen Sinn, sondern der Stil, die Kampfkunst, die Methode.

Eine Frage, mit der sich viele Kampfkünstler wohl schon konfrontiert sahen.

Heute – so denke ich – müsste die Antwort meinerseits oder die meiner Schüler schlicht lauten:

"ig mache was nötig isch"

Was ist damit gemeint?

Werde ich ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff bedroht, versuche ich, diesen in einer den Umständen angemessenen Weise abzuwehren – im Sinne der rechtfertigenden Notwehr (Art. 15 StGB). Dabei versteife ich mich weder auf einen bestimmten Kampfstil noch auf eine definierte Kampfkunst.

Wann immer möglich setze ich Gegenstände als Defensivmittel ein – im Wissen darum, dass ein Angreifer mir körperlich überlegen sein kann, möglicherweise nicht allein handelt und unter Umständen ein herabgesetztes Schmerzempfinden aufweist (Alkohol, Drogen, psychischer Ausnahmezustand).

In solchen Situationen erscheinen mir Schlag- und Tritttechniken als sinnvoller als pressende oder kontrollierende Methoden aus Bereichen wie Judo oder Ringen, ebenso wie ausweichende Konzepte, etwa aus dem Aikido. Ein Bodenkampf ist möglichst zu vermeiden – denn in der Realität handelt es sich selten um eine Eins-gegen-eins-Situation.

Betrachtet man das Thema aus einem etwas weiteren Blickwinkel, fällt auf, dass sich in den letzten rund hundert Jahren eine Vielzahl von Kampfkünsten etabliert hat. Durch Verbandsstrukturen, Graduierungssysteme, Wettkämpfe, verpflichtende Kurse und hierarchische Modelle liess – und lässt – sich damit auch gutes Geld verdienen.

Während im modernen Karate der Faustschlag horizontal mit einer ausgeprägten Schraubbewegung ausgeführt wird, findet man im chinesischen Kung Fu oder Wing Tsun eher die vertikale Faust, bei der sich die Kraft auf eine andere Knöchelpartie konzentriert.

Ich bin jedoch überzeugt, dass bereits die Neandertaler ihre Fäuste, Holzkeulen oder Stöcke zur Auseinandersetzung einsetzten. Dass dabei Techniken definiert und benannt wurden, halte ich für eher unwahrscheinlich.

Wenn ich mich also mit einem Stock zur Wehr setze, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass ich eine philippinische Stockkampfkunst wie Kali, Arnis oder Escrima anwende – oder ein Vertreter der Dog Brothers Martial Arts bin. Und wenn ich einen Stein werfe, hat das ebenso wenig mit Steinstossen oder Diskuswerfen zu tun.

In diesem Sinne gilt:

Seid wachsam.
Bleibt aufmerksam.
Bleibt handlungsfähig.
Seid kreativ – und reagiert schnell, entschlossen und wirkungsvoll.